Die Basilika San Clemente in Rom

Bild vom Autor Yannic
Yannic
7. November 2019
31 Bewertungen

Von außen sieht die Basilika San Clemente eher unspektakulär aus – doch lasst euch nicht täuschen! In der kleinen Kirche unweit des Kolosseums warten so einige Überraschungen auf euch. Denn ihr steigt hier wortwörtlich in die Geschichte Roms hinab!

Seiteninhalt

Unter der Oberfläche des heutigen Roms verbergen sich über 2000 Jahre Menschheitsgeschichte – vieles davon ist bis heute unentdeckt! Auch beim Bau der Basilika San Clemente wurde das „Lasagne-Prinzip“ angewandt und immer wieder ein Neubau auf bestehende Gebäude gesetzt. Wollt ihr alles über die Basilika erfahren, empfehlen wir euch die geführte Tour in Roms Untergrund. Hierbei stehen zudem die Katakomben und die berüchtigten Kapuziner-Krypten auf dem Programm!

KRYPTEN-TOUR BUCHEN  Erfahrungsbericht zur Tour

Die Geschichte von San Clemente

Die Geschichte der Basilika geht zurück bis ins erste Jahrhundert nach Christus, in die Zeiten des Heiligen Clemens. Er war einer der ersten Päpste – zu einer Zeit, als Christen im Römischen Reich noch verfolgt wurden. Auf den Überresten von durch Neros Feuer verwüsteten Wohnhäusern baute die christliche Gemeinde  im 1. Jahrhundert ein Wohnhaus, das auch dem Papst als Versteck dienen sollte.

Fresken in San Clemente

Als nach dem Niedergang des Römischen Reichs im 4. Jahrhundert die Religionsfreiheit in Rom einkehrte, wurde auf der einstigen „Versteckkirche“ eine pompöse Basilika erbaut, die Clemens‘ Grabmal geweiht wurde. Sie wurde reich verziert mit Kunstwerken von Freskenmalern und Bildhauern. Dies machte sie gut 600 Jahre späte leider zu einem lohnenswerten ziel für die plündernden Nomannen, die die Kirche schwer beschädigten.

Mehr als ein halbes Jahrhundert lagen die Reste der alten Basilika im Verborgenen!

Im 12. Jahrhundert wurde deshalb erneut eine neue Basilika auf den Trümmern des alten Gebäudes errichtet: die heutige Basilika San Clemente. Wie auch bei allen „Aufstockungen“ zuvor wurde der Altbau dabei mit Geröll und Schutt versiegelt, um ein stabiles Fundament zu bieten. Es dauerte bis ins Jahr 1857, bis die in Vergessenheit geratene Geschichte des Grundstücks zum Leben erwachte – als ein historisch bewandter Bischof kurzerhand eine Wand der Kirche einschlug und sich in der alten Basilika wiederfand. Seit 1862 wurden Mosaike, Fresken und Co in mühevollster Kleinstarbeit freigelegt.

San Clemente besuchen

Der Eintritt zur Kirche ist – wie für Rom üblich – natürlich frei. Und so unscheinbar die Basilika von außen wirken mag, so beeindruckender ist der Prunk im Inneren. Die Säulen, die noch antiken Tempeln entstammen, sowie die Mosaike der Goldenen Halbkuppel versetzen jeden Besucher ins Staunen. Noch interessanter wird es dann, wenn ihr eine kleine Spende entrichtet habt und euch die Treppen hinunter tastet, um „alt“ San Clemente bestaunen zu können. Lasst euch von der warmen, muffigen Luft, die euch nach wenigen Schritten empfängt, nicht abschrecken!

Basilika San Clemente

Unten angekommen bieten sich wirklich einmalige Ansichten. Die Wandgemälde und Verzierungen scheinen trotz der Massen an Schutt, die den Raum einst füllten, beinahe wie konserviert. Und auch der Grundriss der alten Basilika lässt sich erkennen – wenn auch viele, zusätzliche Säulen errichten wurden, um der neuen Kirche ein stabiles Fundament geben zu können.

Wer alles über die Geschichte von San Clemente lernen möchte, sollte unbedingt eine geführte Tour buchen!

Tatsächlich ist es sogar möglich, noch weitere 4 Meter hinab in die Überreste des christlichen Wohnhauses aus dem 1. Jahrhundert zu steigen. Dann befindet ihr euch sage und schreibe 20 Meter unter dem Niveau der heutigen Straßen Roms!

KRYPTEN-TOUR BUCHEN  Erfahrungsbericht zur Tour

San Clemente Öffnungszeiten

Wollt ihr San Clemente besuchen, beachtet folgende Öffnungszeiten:

  • montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 15.00 bis 18.00 Uhr
  • samstags und sonntags von 12.00 bis 18.00 Uhr

San Clemente auf der Karte

Die Basilika liegt etwas abseits des historischen Zentrums im Osten des Kolosseums. Von den Sehenswürdigkeiten der Antike aus ist sie also schnell erreicht!

Über den Autor
Yannic Stock
Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hinweis zu Cookies

Wir setzen Cookies ein, um dir die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern  – mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr Infos OK