Der Petersdom in Rom ist die wahrscheinlich wichtigste Kirche der Welt – und zugleich eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten überhaupt. Auch ihr solltet ihn auf eurer Rom-Reise also keinesfalls links liegen lassen. Falls euch die langen Wartezeiten abschrecken, bekommt ihr in unserem Artikel auch jede Menge nützliche Tipps, wie ihr Zeit sparen könnt! 🙂

Zur Geschichte des Petersdom

Bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand auf dem Vatikanhügel ein geschichtsträchtiges Erbe aus der Zeit Kaiser Konstantins. Dieser ließ ebendort im 3. Jahrhundert eine  Pilgerkirche zu Ehren des Apostels Petrus errichten – direkt über dessen bis heute vermuteten Grab. Doch über 1000 Jahre gingen an „Alt-St. Peter“ nicht spurlos vorüber: Das Monument war schon längst baufällig, als ein Brand es nahezu vollständig vernichtete. Die Kirche wurde abgerissen, und im Jahr 1506 begannen unter Papst Julius II. die Bauarbeiten am neuen Dom, der die ganze Macht der katholischen Kirche repräsentieren sollte.

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Es folgte eine unerwartet lange Bauzeit von 120 Jahren, in der zahlreiche Baumeister an der Kirche wirkten. Am meisten geprägt wurde sie jedoch von Michelangelo, der für die bis heute beeindruckende Kuppel-Konstruktion verantwortlich zeichnet. Im Jahr 1626 folgte die feierliche Einweihung des Petersdom durch Papst Urban VIII. Zwischen 1656 und 1667 wurde auch der Petersplatz in seiner heutigen Form unter der Regie von Bernini, der auch an Elementen des Petersdom mitwirkte, geschaffen.

Besichtigung des Petersdom in Rom

Der Petersdom bildet das Herz der Vatikanstadt. Diese liegt, unweit des historischen Zentrum Roms, am westlichen Ufer des Tiber. Wollt ihr die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen, könnt ihr einen der zahlreichen Busse zum Vatikan nehmen. Die Metro bis zur Haltestelle „Ottaviano“ ist eine weitere Alternative.

Die Basilika des Petersdom

Beim Betreten des mächtigen Kirchenschiffs gerät wohl jeder ins Staunen: Unglaubliche 15.000 Quadratmeter an Fläche gibt es zu erkunden, der Petersdom bietet damit Platz für bis zu 20.000 Gläubige. Die detailreichen Marmorböden, die prunkvollen Verzierungen an Wänden und Decke sowie die von Michelangelo und Bernini entworfenen Statuen lassen keinen Zweifel daran, dass ihr euch in der wohl wichtigsten Kirche der Welt befindet. Die Basilika misst eine Länge von 187 Metern. In der Kuppel öffnet sich die Decke bis hoch in schwindelerregende Höhen von beinahe 130 Metern. Beinahe ein dutzend Kapellen sowie fast 50 Altare beherbergt sie dabei.

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Ein Highlight ist der von Bernini entworfene, bronzene Hochaltar aus dem Jahr 1633. Obwohl er eine Höhe von 28 Metern erreicht, wirkt er in den Weiten des Petersdom nahezu kompakt – zumindest, wenn man ihn auf Bildern sieht. 😉 Steht man selbst davor, entfaltet er seine ganze majestätische Wirkung. Er steht direkt über dem vermuteten Grab Petrus. Eine – ebenfalls bronzene – Statue von ebendiesem befindet sich auch im Dom. Die Berührung ihres Fußes soll Gläubigen den Segen bringen, so sagt man.

Allerdings gibt es im Inneren des Petersdom noch mehr zu entdecken:

  • Die (versteckte) Schatzkammer

Vergleichsweise wenigen Besuchern ist bekannt, dass sich hinter der Sakristei, im linken Teil des Doms, eine Schatzkammer verbirgt. Hier erwartet euch zwar kein Reichtum, dafür könnt ihr zahlreiche wertvolle Exponate bestaunen – Statuen, Roben und verschiedenste Utensilien. Ebenso findet ihr hier das Grabdenkmal von Papst Sixtus IV. aus dem 15. Jahrhundert.

  • Die vatikanischen Grotten 

Die Krypta des Petersdom fußt auf dem Boden der ursprünglichen, alten Basilika von Konstantin aus dem 3. Jahrhundert. In der Regel ist sie ab 9 Uhr geöffnet und frei zugänglich – jedoch finden auch hier gelegentlich Messen statt. In diesem Fall ist der Zugang nicht möglich. Ihr erreicht die 3,20 Meter unter dem Boden der Basilika gelegenen Grotten am besten über den Abgang am Hochaltar unter der Kuppel, aber auch andere Eingänge stehen zur Wahl. Sehen könnt ihr neben diversen Kapellen auch die Gräber einiger Päpste.

  • Die Nekropole unter dem Petersdom

Noch älter als die Grotten – und noch einmal mehr als 7 Meter tiefer gelegen – ist die Nekropole des Petersdom. Anfang des 1. Jahrhunderts wurden hier die Toten Roms begraben, darunter vermeintlich auch der Apostel Petrus. Beim Bau der Basilika von Kaiser Konstantin wurde die Nekropole verschüttet. Erst im Jahr 1939 kam die Nekropole bei Ausgrabungen wieder zum Vorschein, noch einmal 50 Jahre Später, im Jahr 1998, begannen die Restaurierungsarbeiten. Heute kann die Nekropole, in Kleingruppen und nach Voranmeldung, besichtigt werden. Dazu müsst ihr das Ufficio Scavi per Mail kontaktieren und eure persönlichen Daten bzw. die eurer Mitreisenden übermitteln und eine Wunschtermin äußern.

Die Kuppel des Petersdom

Für die charakteristische Kuppel des Petersdom zeichnet ebenfalls kein geringerer als Michelangelo verantwortlich. Kein Wunder also, dass sie bis heute als ein Meisterwerk der Ingenieurskunst gilt. Das Geheimnis der Konstruktion: Es sind eigentlich zwei Kuppeln – eine innere, tragende, sowie eine äußere, die vor Wind und Wetter schützt. Das hat zugleich den Effekt, dass die kostbaren Mosaike auf der Innenseite der inneren Kuppel nicht durch das Ausdehnen und Schrumpfen der äußeren Kuppel bei extremem Wetter Schaden nehmen können.

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Und der Zwischenraum? Den könnt ihr sogar begehen – wenn ich euch für einen Aufstieg zur Kuppel entscheidet. Dazu müsst ihr an einem separaten Eingang des Petersdom vorstellig werden, beziehungsweise: euch einreihen. Denn der Besuch der Kuppel zählt für viele Rom-Besucher zu einem absoluten Highlight, und entsprechend lang sind die Schlangen, vor allem in der Hochsaison. Im Gegensatz zum Besuch der Basilika ist der Blick über Rom hier auch nicht umsonst. Entscheidet ihr euch, alle 551 Stufen zu Fuß zu meistern, zahlt ihr 8 Euro; wollt ihr bis zu ersten Aussichtsplattform den Lift nehmen, werden 10 Euro fällig.

Nehmt für den Besuch der Kuppel unbedingt Bargeld mit. Nur so könnt ihr die Tickets hier zahlen!

Wichtig ist dabei: Hier kann nur bar gezahlt werden. Wir haben schon viele Besucher gesehen, die nach fast zweistündiger Wartezeit enttäuscht umkehren mussten, weil sie kein Bargeld dabei hatten. Leider gibt es auch keine Möglichkeit, die Schlange zu umgehen. Ausnahme: Ihr bucht eine geführte Tour. Trotzdem solltet ihr euch nicht abschrecken lassen: Der Kuppelbesuch mit dem einmaligen Blick über den Vatikan und Rom ist eine unbedingte Empfehlung von uns!

Eintritt, Öffnungszeiten & Wartezeiten am Petersdom

Der Petersdom ist zwar eine echte Touristenattraktion, aber in erster Linie nach wie vor ein Gotteshaus. Feierlichkeiten und Veranstaltungen der Kirche  haben stets Vorrang. Deswegen ist der Besuch des Doms nicht möglich, wenn Papst Franziskus sonntags das Angelusgebet spricht oder mittwochs zur Generalaudienz lädt. Auch an Feiertagen können sich die Öffnungszeiten ändern. Am Ostersonntag beispielsweise spendet der Papst hier seinen „Urbi et orbi“ – „Frieden auf Erden“. Die generell Öffnungszeiten 2019 sind:

  • Petersdom: Oktober bis März: täglich von 7 bis 18 Uhr; April bis September: täglich von 7 bis 19 Uhr
  • Kuppel des Petersdoms: Oktober bis März: täglich von 8 bis 17 Uhr; April bis September: täglich von 8 bis 18 Uhr

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Der Eintritt zur Basilika ist generell kostenlos. Wollt ih dieses Angebot nutzen, werdet ihr jedoch einiges n Wartezeit einplanen müssen! Denn die Schlange vor der Sicherheitskontrolle mit ihren sechs Scannern reicht auch an einem Morgen in der Nebensaison bereits einmal bis zum anderen Ende des Petersplatzes. Zur Hochsaison kann es passieren, dass ihr hier bis zu zwei Stunden in der Sonne wartet. Wer noch mehr Zeit sparen will, investiert ein bisschen mehr Geld in ein Ticket ohne Anstehen oder eine Führung.

Habt ihr die Kontrolle gemeistert, könnt ihr den Petersdom ohne weiteres betreten. Habt ihr vor, die Aussicht von der Kuppel zu genießen, heißt es allerdings nochmals: anstehen! Denn während ihr die Sicherheitskontrolle noch mit einem Ticket ohne Anstehen überspringen könnt, gibt es an dieser Schlange fast keinen Weg vorbei. Damit ihr nicht den Überblick verliert, haben wir euch die Einlasssituation am Petersdom noch einmal auf einer Karte zusammengefasst:

Tickets ohne Anstehen und Führungen für den Petersdom Rom

Das Ticket ohne Anstehen für den Petersdom schlägt mit gut 20 Euro zu buche. Dafür spart ihr jede Menge Zeit und könnt direkt an der Schlange am Haupteingang vorbei zum bevorzugten Security Check gehen. Auch in vielen City Pässen für Rom ist dieses Feature enthalten. Obendrein bekommt ihr einen Audioguide. Natürlich könnt ihr aber auch eine Führung mit einem „echten“ Guide buchen!

Führung durch den Petersdom

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  • Schnelleinlass
  • zertifizierter Tourguide
  • Dauer: ca. 1 Stunden
  • Preis: ab 27 Euro

  • Mit einer geführten Tour durch den Petersdom erhaltet ihr nicht nur bevorzugten Einlass und geht einfach an der Schlange vorbei, sondern ihr bekommt auch jede Menge qualifizierte Informationen über dieses Meisterwerk der Baukunst.

Mehr Infos

Für den Besuch der Kuppel des Petersdom gibt es leider keine Vorab-Tickets. Wollt ihr hier die Warteschlange überspringen, gibt es zwar auch einige Möglichkeiten, jedoch handelt es sich dabei in der Regel um geführte Touren, die nicht in deutscher Sprache gehalten werden. Solltet ihr auch Interesse an einem Besuch der vatikanischen Grotten haben, können wir euch zum Beispiel diese Kombi-Tour mit Aufstieg zur Kuppel und Besuch der Grotten auf Englisch empfehlen.

FAQ’s zum Petersdom in Rom

  • Gibt es Kleidervorschriften für den Besuch des Petersdom?
    Ja, für den Besuch des Petersdom gibt es Kleidervorschriften, die bei den Kontrollen auch strikt eingehalten werden. Das heißt: Hosen und Röcke sollten über die Knie reichen, die Schultern müssen bedeckt sein. Kopfbedeckungen sind, wie in allen Kirchen, ebenfalls nicht erwünscht. Seid ihr nicht „angemessen“ gekleidet, wird euch der Zutritt verweigert.

Tipp für sehr warme Tage: Ein Tuch oder Schal über dem ärmellosen Oberteil gilt bereits als Bekleidung mit bedeckten Schultern!

  • Wann öffnet der Petersdom?
    Der Petersdom öffnet täglich ab 8 Uhr seine Pforten. Vorsicht ist jedoch mittwochs und sonntags geboten, sofern der Papst in der Stadt weilt – dann ist ein Besuch wegen der Generalaudienz oder des Angelusgebets nicht möglich. Das gleiche gilt an Feiertagen. Informiert euch deswegen am besten, bevor ihr den Wecker stellt! 😉
  • Ist der Petersdom auch für Menschen im Rollstuhl geeignet?
    Die Basilika des Petersdom ist absolut barrierefrei und behindertengerecht. Ein Besuch stellt auch für Rollstuhlfahrer/-innen kein Problem dar! Diese und eine Begleitperson dürfen zudem den bevorzugten Eingang zur Sicherheitskontrolle kostenfrei nutzen. Anders sieht es – leider und natürlich – mit der Kuppel des Petersdom aus. Zwar fährt bis zur Aussichtsplattform sogar noch ein Fahrstuhl, aber selbst um diesen zu erreichen müssen zunächst einige Stufen überwunden werden.
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