Manchen mag es morbide vorkommen, doch: Die Katakomben gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Rom und sind ein Highlight für viele Besucher! Wo ihr die unterirdischen Grabmäler findet, und welche wirklich einen Besuch wert sind, verraten wir euch hier!

Die Geschichte der Katakomben in Rom

Der Bau der Katakomben begann im frühen zweiten Jahrhundert, als das Christentum in Rom langsam populärer wurde. Während Kaiser und Adlige entsprechend der Römischen Religion eingeäschert wurden, brauchten die Christen einen Ort, an dem sie die Leichname ihrer Verstorbenen bestatten konnten. Denn: Der Glaube an die Auferstehung gehörte damals fest zum Christentum. Innerhalb der Stadtmauern waren Beisetzungen aus hygienischen Gründen jedoch verboten. So entstanden am Stadtrand riesige, unterirdische Massengräber: die Katakomben. In schier endlos langen Gängen findet man hier heute zahllose, übereinander liegende Stollen, in die die Verstorbenen in Leinentücher gewickelt gebettet wurden.

In diesen Nekropolen wurden auch christliche Riten abgehalten. Die Gemeinden kamen nicht nur zusammen, um ihrer Toten zu gedenken, sondern auch, um ihren Glauben zu zelebrieren, was ihnen in der Stadt weitestgehend verboten war. Auch die jüdischen Gemeinden hatten aus diesem Grund zahlreiche Nekropolen vor den Stadtmauern geschaffen. Nachdem das Christentum Ende des 4. Jahrhunderts zur römischen Staatsreligion wurde – und gleichzeitig alle nicht-christlichen Religionen außer dem Judentum verboten wurden – verloren die Katakomben immer mehr an Bedeutung und gerieten in Vergessenheit, bis sie schließlich im 16. Jahrhundert wiederentdeckt wurden.

Die Katakomben von Rom im Überblick

Unter den über 60 erschlossenen Katakomben in Rom, gibt es genau fünf, die der Öffentlichkeit im Rahmen einer Führung frei zugänglich sind. Für alle gilt ein Eintrittspreis von 8 bzw. 5 Euro und die Führungen werden wechselnd in Italienisch, Englisch, Deutsch und Spanisch angeboten. Ihr wartet einfach vor Ort, bis eine freie Gruppe in eurer Wunschsprache startet.

Karte der Katakomben von Rom

Viele der römischen Katakomben liegen weit südlich außerhalb des Stadtzentrums an der Via Appia Antica, an der sich auch die Mausoleen zahlreicher Kaiser und wichtiger Persönlichkeiten befinden. Aber auch im nördlichen Stadtteil Nomentano könnt ihr zwei der großen Katakomben besichtigen.

Die Calixtus-Katakomben

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Die Calixtus-Katakomben sind die wohl größten und bedeutendsten Katakomben von Rom. Sie wurden Mitte des 2. Jahrhunderts geschaffen und nach Bischof Calixtus I. benannt, der vom damaligen Papst Zephyrinus mit der Leitung der Anlage beauftragt wurde. Das unterirdische Labyrinth aus Gängen, Stollen und Galerien an der Via Appia umfasst eine unglaubliche Fläche von 15 Hektar. Zahlreiche Märtyrer und 16 Päpste fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

  • Geöffnet: täglich außer mittwochs von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr; im Februar sowie an Weihnachten und Neujahr geschlossen
  • Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren
  • Anfahrt: mit dem Bus 118 bis zur Station „Catacombe de San Callisto“ oder mit dem Bus 218 zur Station „Fosse Ardeatine“

Die Domitilla-Katakomben

Noch älter als die Calixtus-Katakomben sind die unweit der Via Appia gelegenen Katakomben der Domitilla. Sie sind bekannt für ihr besonders langes System aus Gängen sowie gut erhaltene, frühchristliche Wandmalereien. Die Namensgeberin dieser in Tuffstein gehauenen Katakomben ist Flavia Domitilla, die im ersten Jahrhundert als Frau eines Konsuls eine bedeutende Grundherrin Roms war und das Areal der heutigen Katakomben als Grabstätte zur Verfügung stellte – und später als Märtyrerin starb.

  • Geöffnet: täglich außer dienstags von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr; von Mitte Dezember bis Mitte Januar geschlossen
  • Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren
  • Anfahrt: mit dem Bus 218 zurStation „Fosse Ardeatine“

Die Sebastian-Katakomben

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Über der jüngsten der drei großen Katakomben an der Via Appia thront eine Eindrucksvolle Basilika, die zu den sieben Pilgerkirchen von Rom gehört: die Basilika des heiligen Sebastian. Dieser und mindestens zwei weitere Märtyrer liegen hier unter vielen anderen Glaubensbrüdern und -schwestern begraben. Für viele Gläubige sind diese Katakomben ein Hauptanziehungspunkt auf ihrer Rom-Reise!

  • Geöffnet: täglich außer sonntags von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr; von Mitte November bis Mitte Dezember geschlossen
  • Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren
  • Anfahrt: mit dem Bus 118 bis zur Station „Basilica San Sebastiano“

Die Priscilla-Katakomben

Aufgrund ihrer zahlreichen, gut erhaltenen Inschriften und Gemälden werden die Priscilla-Katakomben im Norden Roms auch als die „Königin unter den Katakomben“ bezeichnet. Wie auch das oberhalb der Grabstätten liegende Benediktinerkloster sind sie nach der Adligen benannt, die das dieses Stück Land der Kirche überlies.

  • Geöffnet: täglich außer montags von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr; von Mitte Juli bis Mitte August geschlossen
  • Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren
  • Anfahrt: mit der Metro B1 bis zur Station „S. Agnese“

Die Katakomben von Sant’Agnese

Die Katakomben der heiligen Agnes sind der Geheimtipp unter den öffentlich zugänglichen Katakomben in Rom: Die im Norden der Stadt gelegene Grabstätte ist weitaus weniger besucht als die übrigen, die Gruppen für die Führungen entsprechend kleiner. Auch dieses Katakomben sind nach einer Märtyrerin benannt, die hier ihre letzte Ruhestätte fand.

  • Geöffnet: täglich außer sonn- und feiertags von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr; im November geschlossen
  • Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Jugendliche zwischen 7 und 15 Jahren
  • Anfahrt: mit der Metro B1 bis zur Station „S. Agnese“

Weitere interessante Katakomben und Grabstätten in Rom

In exklusiven Kleingruppen lässt sich auch eine der sechs jüdischen Katakomben von Rom besichtigen: die Katakomben der Vigna Randanini im Park der Appia Antica. Aufgrund der Gruppengröße und des gut erhaltenen Zustands ein ganz besonderes Erlebnis! Zudem befinden sich entlang der Appia Antica zahlreiche beeindruckende Grabmäler. Wenn ihr euch auch für die letzten Ruhestätten der Kaiser interessiert, empfehlen wir euch zudem unbedingt eine Führung durch die Engelsburg mit Besuch des Mausoleums von Kaiser Hadrian!

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