In Rom gibt es zahlreiche Plätze, die zum flanieren, verweilen und beobachten einladen. An kaum einem lässt sich das „dolce vita“ aber so spüren wie an der Piazza Navona! Nicht nur für die Römer zählt der riesige Platz mit seinen drei schönen Brunnen nicht nur zu den schönsten Plätzen der Stadt, sondern der Welt! Seine Ursprünge gehen dabei bis in die Antike zurück. Alles über den Piazza Navona erfahrt ihr in diesem Artikel.

Gigantische 240 auf 65 Metern misst der Piazza Navona im Herzen von Roms historischem Zentrum. Aus neun verschiedenen Straßen kommend kann man ihn betreten. Von jeder aus entwickelt sich eine ganz eigene Perspektive auf den von Händlern, Straßenkünstlern, Einheimischen und Touristen rund um die Uhr gut besuchten Platz! Wollt ihr euch vorab ein Bild davon machen, werft einen Blick auf die Webcam an der Piazza Navona.

Besonders schön ist der erste Eindruck zum Beispiel von der kleinen Via dei Canistrari ganz im Südosten der Piazza kommend. Von hier aus eröffnet sich zunächst der Blick auf die imposante Fassade des Familienpalastes der adligen Pamphilj, in welchem sich heute die Brasilianische Botschaft befindet, und auf die benachbarte Kirche Sant‘ Agnese in Agone, bevor die Dimensionen des Platzes begreiflich werden.

Ein Besuch auf der Piazza Navona gehört zum Pflichtprogramm jeder Rom-Reise!

Dass ein Besuch hier Pflicht ist, wird euch jeder Römer raten. Denn die Einheimischen lieben ihre Piazza Navona – trotz, oder gerade wegen des stets großen Trubels. Flaniert an den herrlichen von Bernini gestalteten Brunnen vorbei, genießt die römische Sonne oder macht vielleicht eine kleine Kaffeepause, bevor ihr die spannende Geschichte des Platzes entdeckt. Denn Ausmaße und Form der Piazza Navona sind kein Zufall: Sie entstand auf den Ruinen eines antiken Wettkampfstadions.

Die Geschichte der Piazza Navona

Piazza-Navona-Rom-Sant-AgneseDenn Domitian ließ hier, damals im Zentrum des Marsfelds, im Jahr 85 nach Christus ein Stadion für 30.000 Zuschauer errichten. In diesem ließ er athletische Wettkämpfe ganz nach griechischem Vorbild stattfinden. Über

die Jahrhunderte hinweg wurde die Arena jedoch zweckentfremdet: als Austragungsort für Ritterkämpfe, als Marktplatz – und die Tribünen irgendwann als Steinbruch zum Bau von Häusern direkt um die große Freifläche.

  • Wollt ihr mehr über die Ursprünge des Platzes erfahren, empfehlen wir euch einen Besuch im Museum des Stadion des Domitian, in welchem ihr die noch erhaltenen Überreste der Arena bestaunen könnt. Ihr findet es in der Via di Tor Sanguigna, auf der Rückseite des Ovalbogens an der Nordseite des Platzes. Der Eintritt kostet ca. 8 Euro.

Zum Ende des 15. Jahrhunderts schließlich wurde der Platz gepflastert. Ein weiteres Jahrhundert später begann die Errichtung der drei prächtigen Brunnen.

Die Brunnen an der Piazza Navona

Wie auch der nicht weit entfernt vom Platz gelegene Trevi Brunnen wurden auch die Brunnen auf der Piazza Navona aus dem antiken Aquädukt „Aqua Virgo“ gespeist. Mit den Brunnen verlieh der gefeierte Bildhauer Bernini der Piazza Navona seine Handschrift.

Der Vierströmebrunnen: Einer der bekanntesten Brunnen in Rom

Die Piazza Navona ist Zeuge eines ewig währenden Konkurrenzkampfes der beiden „Star-Architekten“ des damaligen Roms. Eigentlich hatte Francesco Borromini den Auftrag zur Gestaltung des zentralen Brunnens des Platzes bekommen. Doch mit einem Modellentwurf seines Vierströmebrunnens schnappte Gian Lorenzo Bernini ihm den Auftrag vor der Nase weg.

Wie für Bernini üblich ist der Brunnen ein echtes Meisterwerk. Er besteht aus vier verschiedenen Skulpturen, die je einen wichtigen Fluss einer der damals bekannten Kontinente symbolisieren sollen: der Donau, dem Nil, dem Ganges und dem Rio della Plata. Jeder „Fluss“ wurde von einem anderen Bildhauer geschaffen.

Vierströmebrunnen-Piazza-Navona-RomMit dem Brunnen konnte Bernini sich einen Seitenhieb auf Borromini nicht verkneifen. Zwei der Figuren stehen unmittelbar vor der von Borromini entworfenen Kirche Sant Agnese – und machen keinen Hehl aus Berninis Abneigung gegenüber deren Architekten. Während der „Nil“ sein Haupt (und seine Augen) bedeckt, blickt der „Rio della Plata“ mit abwehrender Geste von der Kirche weg.

Der Brunnen wurde zwischen 1647 und 1651 erbaut. Der „krönende“ Obelisk ist ein Fund von Papst Innozenz X., der den Auftrag für den Brunnen gab. Er wurde bei einem Besuch auf der Via Appia Antica auf den ursprünglich vom Tempel der Isis stammenden Koloss aufmerksam und ließ ihn am Brunnen verarbeiten.

Mit der Fertigstellung des Brunnens wurde zudem – mit dem „Segen“ des Papstes – die Tradition eingeführt, am Wochenende die Abflüsse der Brunnen zu verstopfen und den damals leicht abgesenkten Platz zu fluten. So wurde die Piazza Navona zu einem riesigen Planschbecken, welches sich bei den Römern an heißen Tagen großer Beliebtheit erfreute.

Der Mohrenbrunnen und der Neptunbrunnen am Piazza Navona

Die beiden kleineren Brunnen im Norden und Süden des Platzes wurden bereits im Jahr 1574 im Auftrag von Papst Gregor XIII. von Jacopo della Porta errichtet. Gut 80 Jahre später wurde der südliche Mohrenbrunnen von Bernini überarbeitet. Seitdem verfügt er über seine charakteristischen Delfinfiguren. Der Brunnen im Norden wiederum blieb fast zwei Jahrhunderte lang nahezu verwahrlost. Die Neptunfigur wurde zudem erst 1845 errichtet.

Piazza-Navona-Rom-Neptunbrunnen

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